Eltern und Lehrer im Gespräch an der Grundschule Sankt Martin
„Kinder sind von Anfang an Persönlichkeiten, die ihren eigen Kopf haben. Wenn wir sie ermutigen, Grenzen zu setzen sowie Respekt und Achtung vorleben, wird die Erziehung sowohl in der Schule als auch zu Hause sehr viel einfacher“, erklärte die Grundschullehrerin und Individualpsychologin Franziska Karrer in ihrem Vortrag „Ermutigend erziehen“. „Denn nur wer eine gute Beziehung zu sich und seiner Umgebung hat, dem geht es auch gut – und er muss sich in keiner negativen Weise um Aufmerksamkeit bemühen.“ Bereits zum zweiten Mal in diesem Schuljahr hatte die Rheinbacher Katholische Grundschule St. Martin Anfang Juni zu „Eltern und Lehrer im Gespräch“ eingeladen.
In ihrem Vortrag ging die Referentin auch der Frage nach, warum es vielen Eltern nicht gelingt, die negativen Erziehungsmuster zu vermeiden, die sie in der eigenen Kindheit geprägt haben. „Wir können als Eltern und Lehrer nicht alles perfekt machen. Wir können aber einiges dazu beitragen, dass mehr Ruhe und Frieden im Umgang miteinander herrscht“, ermutigte die Grundschullehrerin und Individualpsychologin. So empfahl sie beispielsweise, sich möglichst nicht von den Kindern provozieren zu lassen. Stattdessen sei es besser, erst einmal den Raum zu verlassen, um die eigenen Emotionen herunterkochen zu können: „Sprechen Sie anschließend mit einer freundlichen Stimme über die Konfliktsituation. Kritisieren Sie dabei nur die Tat – nicht Ihr Kind als Person. Zeigen Sie logische negative Konsequenz auf – ohne dass dies als eine demütigende Strafe verstanden wird.“
Zugleich ermutigte Karrer aber auch die Zuhörer, Kindern mehr Anerkennung zu zeigen, sie mitreden zu lassen und sie so anzunehmen wie sie sind. „Wenn sich Kinder nämlich zugehörig fühlen, baut dies ihr Selbstwertgefühl auf und sie haben auch keine Angst davor, etwas falsch zu machen. Entsprechend werden Sie sich auch gegenüber anderen verhalten“, so die Referentin.
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