„Wenn Ihr Kind plötzlich ´anders´ ist, Aggressivität zeigt oder sich einigelt, wenn es psychosomatische Symptome am Morgen zeigt, wie beispielsweise Bauch- oder Kopfschmerzen – dann können dies Hinweis auf Ängste sein“, erläuterte die Kinder- und Familientherapeutin Karin Staab in ihrem Vortrag „Kinder- und Schulängste“. Die Rheinbacher Katholische Grundschule Sankt Martin hatte Anfang November im Rahmen ihres Schulangebotes „Eltern und Lehrer im Gespräch“ hierzu eingeladen. Und dass Kinder- und Schulängste heutzutage ein großes Thema sind, belegte nicht nur das große Interesse der Eltern, sondern auch die Referentin: Untersuchungen zufolge leidet jeder 5. Schüler an Ängsten – Mädchen jedoch häufiger als Jungen.
„Ursache hierfür sind zum einen Konflikte in der Schule, wie beispielsweise Mobbing, ein schlechtes Klassenklima, ein gespanntes Verhältnis zum Lehrer, oder Wechsel auf eine neue Schule“, berichtete die Kinder- und Familientherapeutin. „Zum anderen können Ängste aber auch durch den Erziehungsstil der Eltern ausgelöst werden. Kinder brauchen Sicherheit, Selbstwertgefühl – aber auch Grenzen. Wenn Eltern ihnen dies nicht geben, können sie weder ihre persönlichen Stärken entwickeln, noch Mut und Hoffnung gewinnen.“ In Bezug auf Schulleistungen ermutigte die Referentin die Eltern, Verständnis für das individuelle Tempo ihrer Kinder zu finden, schon kleine bessere Leistungen wertzuschätzen und von Strafen bei schlechten Noten abzusehen.
Wer dennoch Schulängste bei seinem Kind feststelle, sollte ihm die eigene Wahrnehmung signalisieren: „Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich gemeinsam mit ihm damit auseinandersetzen wollen. Hören Sie ihm aufmerksam zu und thematisieren Sie Ihre Beobachtungen beim Klassenlehrer. Gemeinsam können Sie sehr viel leichter die Ursache für die Angst erkennen – und beheben“, so die Karin Staab.
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